Warum 3-5 Tage Beratungs-Retreat Monate Therapie ersetzen: Die Kraft der Vorbereitung
- Martina Famos
- vor 3 Tagen
- 5 Min. Lesezeit

Wie die Beratung beginnt, bevor Sie überhaupt ins Engadin ankommen
"In nur drei bis fünf Tagen? Wie soll das eine Therapie während Monaten ersetzen?"
Diese Frage bekomme ich sehr oft zu hören. Finde ich verständlich. Wenn eine Therapie erfahrungsgemäss Monate oder sogar Jahre dauert, wie können ein paar Tage die gleichen Resultate bringen?
Aber eines ist auch wichtig zu beachten: Wenn eine Therapie sehr lange dauert, liegt es auch daran, dass Klienten unregelmässig kommen oder dazwischen Pausen einlegen. Es ist nicht einfach, es sich einzurichten oder das Durchhaltevermögen zu haben, jede Woche oder alle zwei Wochen die Termine einzuhalten.
Sich für zwei bis fünf Tage zu verpflichten, ist auf jeden Fall einfacher.
Und um die Frage zu beantworten: Ausschlaggebend ist auch, was vor dem Retreat passiert.
Wenn Klienten ins Engadin kommen, haben sie die Arbeit bereits begonnen. Sie haben bereits reflektiert und sich Ziele gesetzt. Dadurch haben sie schon ein paar Therapietermine übersprungen. Nicht weil es eilt, sondern weil es einfach effizientere Formen gibt, Beratungen zu gestalten.
Das Problem mit dem Anfangen bei Null
In der traditionellen, wöchentlichen Therapie besteht die erste Sitzung aus Kennenlernen. Sie erzählen Ihre Geschichte und der Therapeut fragt nach. Es kristallisiert sich ein Bild heraus.
Das ist wichtig und ein zentraler Teil der Arbeit. Aber es braucht Zeit.
Wenn man sich einmal die Woche trifft – oder alle zwei Wochen – kommt man zurück und hat etwas vom Faden verloren. Man orientiert sich neu, weil es eine Unterbrechung gab.
In einem Beratungs-Retreat gibt es keine Unterbrechungen. Es wäre auch wertvolle Zeit verloren gegangen, müsste man den ganzen ersten Tag mit dem Assessment aufwenden.
Die Vorbereitung bringt hier einen anderen Rhythmus hinein.
Die Vorbereitung des Beratungs-Retreats
Wenn Sie ein Retreat buchen, beginnt Ihre Arbeit bereits zu Hause. Und zwar so, dass Sie sich dafür in aller Ruhe Zeit lassen können.
Sie erhalten einen Link mit mehreren durchdachten Assessments. Das sind keine Tests, und es gibt keine richtigen oder falschen Antworten. Es ist lediglich eine Einladung, über sich selbst nachzudenken und darüber, was Sie verändern möchten.
Der Vorteil: Die Fragen würden während der Beratung gestellt werden, aber so haben Sie keinen Druck, diese sofort dem Berater zu beantworten. Sondern Sie können sich dafür die Zeit nehmen, die Sie brauchen.
Das beschenkt Sie mit viel Raum, die Fragen so zu beantworten, wie sie für Sie wirklich stimmig sind.
Mir helfen die Antworten oder Gedanken des Klienten, mich auf die Beratungen vorzubereiten.
Was die Vorbereitungsaufgaben preisgeben
1. Einige Ihrer Denkmuster
Ein Assessment fragt nach Ihren Prioritäten – ohne darauf einen Stempel zu setzen, sondern um zu verstehen, wie Sie mit schwierigen Situationen umgehen.
Priorisieren Sie Kontrolle oder Kompetenz? Wünschen Sie, angenommen zu werden? Müssen Sie für andere da sein? Oder ist Ihnen Unabhängigkeit überaus wichtig?
Es gibt keine guten und schlechten Muster. Es sind Ressourcen, wie wir durchs Leben navigieren. Nur wenn diese Prioritäten einen Absolutismus erreichen, machen sie uns zu schaffen.
In Wahrheit ist es so, dass unsere Stärken zu unseren Schwächen werden können, wenn wir nicht lernen, dort einen Ausgleich zu finden.
2. Ihre begrenzenden Überzeugungen
Eine andere Aufgabe lädt dazu ein, Ihre begrenzenden Überzeugungen zu identifizieren. Überzeugungen über Sie selbst, die anderen und die Welt – Gedanken, die Sie einschränken könnten.
Zum Beispiel:
"Ich muss perfekt sein, oder sonst bin ich wertlos."
"Wenn andere mich wirklich kennen würden, würden sie mich ablehnen."
"Ich kann niemandem trauen."
"Ich muss alles selbst machen."
Diese Ideen sind meist nicht wirklich wahr. Aber sie fühlen sich so an, als wären sie absolut so. Und beeinflussen Ihr Leben.
Diese Gedanken zu benennen ist schon sehr kraftvoll. Es hilft, alles mit etwas Abstand zu betrachten und zu erkennen, wo Sie sich selbst einschränken.
Wenn man Fakten von Ideen trennt, fängt man klarer an zu denken. Man wird freier.
3. Die Konfliktspirale (für Paare)
Wenn Sie mit Ihrem Partner kommen, werden beide Vorbereitungsaufgaben gegeben.
Die Antworten weisen darauf hin, wie Sie automatisch in Spannungsmomenten reagieren. Gehen Sie den Fragen nach? Ziehen Sie sich zurück? Attackieren Sie? Geben Sie auf? Reagieren Sie mit Humor?
Die meisten erkennen, dass sie in einem Kreislauf hängenbleiben. Das Muster zeigt sich, und es ist schwierig, dort rauszukommen. Man dreht sich im Kreis.
Wenn ich die Muster vor Ihrer Ankunft sehe, können wir direkt eintauchen in zielorientierte Gespräche.
4. Kindheitserinnerungen (für Einzelne)
Eine einfache, aber tiefgründige Frage für jene, die einzeln ans Retreat kommen, ist die nach einer Kindheitserinnerung.
Diese muss nicht dramatisch sein, sondern kann ganz gewöhnlich sein. Kindheitserinnerungen sagen viel darüber aus, wie Sie sich selbst sehen, die anderen und die Welt.
Das sind alles Techniken der Individualpsychologie nach Alfred Adler. Sie geben Informationen über unseren Lebensstil aus, also wie wir unser Leben gestalten.
Wenn ich die Kindheitserinnerung lese, bekomme ich Ideen über Ressourcen und über Ihre möglichen Schwierigkeiten.
Wie dies das Retreat effektiv macht
Wenn Sie am ersten Tag zur Beratung kommen, können wir bereits an Ihren Zielen arbeiten.
Ihre Antworten helfen dabei sehr. Ich habe Ideen, die ich mit Ihnen bespreche und nachfrage, ob sie stimmig und richtig sind. Wir reflektieren.
Meine Ideen bleiben nur Annahmen, bis Sie als Experte Ihres Lebens diese validieren.
Aber wir beginnen nicht bei Null.
Die Vorbereitungsaufgaben dienen dazu, Sie zu verstehen
Ihre Antworten helfen uns beiden. In der Individualpsychologie unterscheiden wir sehr zwischen Wissen und Verstehen.
"Der Mensch weiss viel mehr, als er versteht", ist ein bekanntes Zitat von Alfred Adler.
Die Vorbereitung des Beratungs-Retreats machen Sie neugierig, reflektiert und bereits im Prozess der Heilung eingebunden. Und damit überspringen wir, wofür in der traditionellen Beratung bereits einige Sitzungen aufgewendet werden.
Vorbereitung als Teil der Heilung
Ich habe während der Jahre erfahren, dass die Vorbereitungsaufgaben schon den Einstieg in den Heilungsprozess darstellen.
Klienten haben mir erzählt, wie es ihnen geholfen hat, ihre Ziele zu definieren und ihre Problemspiralen niederzuschreiben. Sie haben sich auch nie gefragt, welche Glaubenssätze sie eigentlich haben. Oder wie sie ausnahmslos in Konfliktsituationen reagieren. Oder viele denken gar nie über Kindheitserinnerungen nach.
Deshalb ist schon viel passiert, bevor sie kommen. Das eine oder andere hat bereits geklickt.
Und dieser kleine Sprung nach vorne wird während dem Retreat immer grösser.
Die Vorbereitungsaufgabe ist nur der Anfang der Heilung.
Warum es so wichtig ist
Wenn Sie in monatelangen Beratungen gewesen sind, wissen Sie, dass der Weg lang ist.
Nicht weil der Therapeut nicht kompetent ist. Nicht, weil Sie zu wenig dafür tun.
Sondern einfach, weil das Format Momentum nicht zulässt. Man trifft sich mit Unterbrechungen. Zwischen dem Kommen und Gehen geht viel Zeit verloren, und der Schwung lässt dadurch natürlich nach.
Im Beratungs-Retreat gibt es keine Unterbrechungen. Die Vorbereitungsaufgaben helfen uns mit Elan anzufangen, und die Freude an den schnellen Fortschritten bleibt bestehen und motiviert sehr.
Deshalb kann man in wenigen Tagen so viel erreichen wie in Monaten.
Nicht weil wir im Schnelllauf arbeiten, sondern weil das Format Momentum zulässt und man sich vor dem Kommen schon gut vorbereitet hat.
Die Einladung
Wenn Sie sich vorstellen können, an ein Beratungs-Retreat zu kommen, werden Sie nicht unvorbereitet ankommen, falls Sie die Vorbereitungsaufgaben machen. Sie werden erfahren, wie viel Sie bereits mitbringen, das sehr hilfreich ist.
Die Assessments sind einfach zu machen. Sie laden Sie ein zu reflektieren. Muster zu erkennen. Um Sie mental und auf Herzensebene vorbereitet zu sein.
Und wenn Sie ins Engadin ankommen, fangen wir nicht bei Null an. Sie fahren dort weiter, wo Sie bereits begonnen haben.
Das ist die Kraft der Vorbereitung, und warum intensive Beratung mehrere Monate Therapie ersetzen kann.
Möchten Sie noch mehr über Beratungs-Retreats erfahren? Buchen Sie ein kostenloses Kennenlerngespräch, um mit mir die anderen Vorteile zu besprechen und zu verstehen, wie viele Tage für Sie geeignet sind.



Kommentare